Arbeitsvertrag

Arbeitsvertrag und Vertragsarten

Der schriftliche Arbeitsvertrag gilt für viele als eine Absicherung über das Vereinbarte. Der Arbeitsvertrag bedarf jedoch zu seiner Gültigkeit keiner besonderen Form. Es besteht eine grosse Gestaltungsfreiheit. Dies kann folglich zu Unklarheiten führen. Wir empfehlen aus Beweisgründen immer einen Arbeitsvertrag auszustellen bzw. einen zu verlangen.

In der Schweiz gibt es verschiedene Arten des Arbeitsvertrages, welche im Obligationenrecht geregelt werden:

  • Einzelarbeitsvertrag, Art. 319 bis 343 OR
  • Lehrvertrag, Art. 344 bis 346a OR
  • Handelsreisendenvertrag, Art. 347 bis 350a OR
  • Heimarbeitsvertrag, Art. 351 bis 354 OR
  • Gesamtarbeitsverträge/GAV, Art. 356 bis 360 OR
  • Normalarbeitsvertrag, Art. 359 bis 360 OR

Informationspflicht

Zu beachten ist, dass das Gesetz (Art. 330b OR) dem Arbeitgeber bei Abschluss eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses oder eines mehr als einmonatigen Arbeitsverhältnisses eine gewisse Informationspflicht auferlegt. Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmer in diesen Fällen spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich zu informieren über:

  • die Namen der Vertragsparteien,
  • das Datum des Beginns des Arbeitsverhältnisses,
  • die Funktion des Arbeitnehmers,
  • den Lohn und allfällige Lohnzuschläge,
  • die wöchentliche Arbeitszeit.

Die Informationspflicht dient der Rechtssicherheit im Arbeitsverhältnis. Ihre Nichteinhaltung hat jedoch keinen Einfluss auf die Gültigkeit des Vertrags.

Pflichten

Durch den Einzelarbeitsvertrag verpflichtet sich der Arbeitnehmer auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Leistung von Arbeit im Dienst des Arbeitgebers. Weiter hat der Arbeitnehmer die Sorgfalts- und Treuepflicht einzuhalten. Darunter fällt beispielsweise das Verbot der Konkurrenzierung sowie ein Verbot, Geschäftsgeheimnisse weiterzugeben. Schliesslich hat der Arbeitnehmer die Anordnungen und Weisungen des Arbeitgebers einzuhalten.

Rechte

Das wichtigste Recht ist der Lohnanspruch. Daneben hat der Arbeitnehmer das Recht auf Freizeit und bezahlte Ferien. Bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung besteht zudem ein Anspruch auf Lohnfortzahlung.

FAQ

Habe ich Anspruch auf einen 13. Monatslohn?

Ein Anspruch auf einen 13. Monatslohn besteht grundsätzlich nur, wenn ein solcher im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Die Vereinbarung kann schriftlich, mündlich oder auch stillschweigend abgeschlossen werden. Bei Austritt ist dieser anteilsmässig geschuldet.

 

Ab welchem Tag muss ich ein Arztzeugnis bringen und wofür braucht es ein solches?

Ein Arztzeugnis dient dem Nachweis der Arbeitsunfähigkeit. Die Beweislast für die Arbeitsunfähigkeit liegt beim Arbeitnehmer.  Der Arbeitgeber hat das Recht, ab dem ersten Tag der Abwesenheit ein Arztzeugnis zu verlangen.

 

Darf mir mein Chef die Ferien kürzen?

Der Ferienanspruch beträgt von Gesetzes wegen mindestens vier Wochen, vor dem 20. Altersjahr 5 Wochen (Art. 329a OR).  Der Arbeitgeber hat das Recht, die Ferien des Arbeitnehmers unter den folgenden Voraussetzungen für jeden vollen Monat, in dem der Arbeitnehmer verhindert ist, um 1/12 zu kürzen (Art. 329bOR):

  • Bei Absenzen aus eigenem Verschulden bzw. Willen (z.B. unbezahlter Urlaub, Streik) des Arbeitnehmers vom ersten vollen Monat der Verhinderung an (Abs. 1)
  • Bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung (Krankheit, Unfall, Militärdienst) ab dem zweiten vollen Monat (Schonfrist 1 Monat; Abs. 2)

 

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